top of page

Es war nicht Venedig, das mich traurig gemacht hat – es war die Erkenntnis, dass ich mich selbst unterwegs verloren hatte




Ich wollte schon immer nach Venedig.


Wer kennt sie nicht – diese Bilder von den kleinen Brücken, den engen Gassen, den Gondeln auf dem Wasser und diesen Sonnenuntergängen, bei denen alles aussieht, als würde die Zeit für einen Moment stehen bleiben?










Und immer wenn mich jemand gefragt hat, wohin ich unbedingt einmal reisen möchte, stand Venedig ganz weit oben auf meiner Liste.


Ich hatte einen Wunsch, über den der eine oder andere sogar geschmunzelt hat.


Ich wollte einfach auf dem Markusplatz sitzen, einen Kaffee trinken, die Menschen beobachten, die Sonne spüren, die Tauben beobachten und einfach nur dasitzen und denken:


“Wie schön ist das gerade?”


Oft bekam ich darauf die Antwort:


“Du weißt aber schon, was der Kaffee dort kostet?”


Aber darum ging es mir nie.


Es ging mir nie um den Kaffee.


Es ging mir um dieses Gefühl.


Um diesen Moment.


Einfach da sein.


Einfach leben.


Und dann kam dieser Tag.


Ich war tatsächlich in Venedig.


Ich lief durch kleine Gassen, über Brücken, sah die Gondeln auf dem Wasser und beobachtete die Menschen um mich herum. Alles war genauso schön, wie ich es mir über Jahre vorgestellt hatte.


Und dann stand ich da.


An genau diesem Ort, den ich so lange vor Augen gehabt hatte.


Ich sollte diesen Moment genießen.


Ich sollte glücklich sein.


Aber so war es nicht.


Innerlich war ich längst woanders.


Denn während ich durch Venedig lief, merkte ich immer stärker, dass meine Beine sich anders anfühlten als früher.


Schwerer.


Müder.


Es war kein Schmerz, der plötzlich da war.


Es war dieses leise Gefühl, dass etwas nicht stimmt.


Etwas, das schon lange da gewesen war und das ich immer wieder übergangen hatte.


Ich weiß noch, wie sehr ich mir gewünscht habe, mich einfach irgendwo hinzusetzen.


Einfach kurz stehen bleiben.


Einfach atmen.


Einfach fünf Minuten Ruhe.


Aber wir setzten uns nicht.


Und ich sagte nichts.


Ich ging weiter.


Irgendwo zwischen einer weiteren Gasse und einer weiteren Brücke fiel dann ein Satz, der mich bis heute begleitet:


“Du läufst schon wie Deine Mutter.”


Und plötzlich traf mich etwas tief in mir.


Nicht wegen meiner Mutter.


Ich liebte meine Mutter.


Aber ich wusste sofort, was dieser Satz in mir ausgelöst hatte.


Angst.


Weil ich gesehen hatte, wie sehr ihr Körper mit den Jahren kämpfen musste.


Und tief in mir wusste ich:


Irgendetwas stimmt nicht.


Trotzdem machte ich weiter.


Heute weiß ich, warum ich nichts gesagt habe.


Ich wollte niemanden enttäuschen.


Ich wollte keinen Konflikt.


Ich war so sehr daran gewöhnt, stark zu sein und weiterzumachen, dass ich längst vergessen hatte, wie sich etwas anderes überhaupt anfühlt.


Damals dachte ich noch, mein Körper hätte mich im Stich gelassen.


Heute weiß ich es besser.


Ich weiß, mein Körper hatte schon lange versucht, mit mir zu sprechen.


Und ich weiß, ich hatte einfach verlernt zuzuhören.


Denn irgendwo zwischen all den Erwartungen, all dem Funktionieren und all dem Starksein hatte ich etwas verloren:


Mich selbst.


Und manchmal frage ich mich heute, ob ich damals in Venedig nicht etwas ganz anderes gesucht habe.


Vielleicht keinen Kaffee.


Vielleicht keine Pause.


Vielleicht habe ich einfach nur mich selbst gesucht.


👉 Wenn Du spürst, dass Du nur noch funktionierst und Dich selbst irgendwo unterwegs verloren hast, dann schau Dir meinen kostenlosen Reset an.


Herzwärts,❤️

deine Peggy

 
 
 

1 Kommentar

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
Marion B.
24. Mai
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Ich hatte mich auch verloren. Ich bin gerade dabei, mich Stück für Stück wieder zu finden. 😊

Gefällt mir
bottom of page